Was ist ein Kosak
Kosaken werden oft als naiv und ignorant, seltsam gekleidete Exzentriker oder Clowns dargestellt. Dieses Bild wird unter anderem auch durch das Bild von einem Kosaken mit Lanze auf der Titelseite des „International Herald Tribune" übertragen. Das Wort Kosak bedeutet in etwa Guerilla oder Kosaken-Abenteurer. Ukrainische Kosaken kommen aus der Steppe nördlich des Schwarzen Meeres, am Rand des Kaukasus. Ursprünglich sind es jedoch Serben, die im 14. und 15. Jahrhundert aus dem Moskauer Reich flohen, in den Tälern der Flüsse Dnjepr, Don und Ural Siedlungen gründeten und vom Anbau von Weizen und von Viehzucht lebten.
Das Land, auf dem sie lebten, war Gemeinbesitz. Die Gruppe von Siedlern wurde während einer Art Dorfversammlung unter Leitung eines ausgewählten Dorfältesten, der Ataman oder Hetman genannt wurde, regiert und geleitet. Der Anführer einer Region genoss großes Ansehen, hatte die Autorität eines militärischen Führers während des Krieges und in Friedenszeiten den Status eines Regierungsbeamten. Ab dem 16. Jahrhundert, als die Zaren ihr Reich erweiterten, fallen diese Gruppen unter der Autorität der russischen Regierung, die sie in den Staat auf der gleichen Basis wie alle anderen Bürger einzubeziehen versucht. Als Untertanen des Zaren wurden alle Männer im Alter von 18 bis 50 Jahren daher Wehrpflichtige. Sie wurden meist als Kavalleristen eingesetzt und wurden in den Kriegen des Zaren gegen die Tataren auf der Krim und im Kaukasus berühmt. Die Don-Kosaken waren die größte Gruppe und diese führten die Kolonisierungs-Expeditionen nach Sibirien an.Durch die Kosakentraditionen und ihre Freiheitsliebe kamen die Kosaken in Konflikt mit dem Zaren. Im 17. und 18. Jahrhundert begannen sie mit der Unterstützung von Bauern zwei große Aufstände, von 1670 bis 1671 und 1773 bis 1774. In späteren Jahren nutzten die Zaren die Kosaken als Grenzpatrouillen und als spezielle Militärpolizei-Einheit, um innere Unruhen niederzuschlagen. Die Erfolge der Kosaken-Armeen aus den Kriegen gegen Napoleon und der Türkei sind bekannt. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert nutzte die zaristische Regierung die Kosaken, um die russische Revolution von 1905 niederzuschlagen. Während des Bürgerkrieges nach der Revolution von 1917 kämpften die meisten der Kosaken, loyal gegenüber dem Zaren, gegen die Rote Armee. Etwa 31.000 von ihnen wurden im Jahr 1919 am Don ermordet. Die meisten Kosaken verliessen die Ukraine und Russland und reisten in die Vereinigten Staaten, nach Kanada und in andere Länder. Die Kosaken, die blieben, kämpften im Zweiten Weltkrieg tapfer gegen die Deutschen. Mehr als 40.000 Kosaken, die emigriert waren und im Zweiten Weltkrieg gegen Russland gekämpft hatten, wurden im Namen Stalins getötet, nachdem sie durch die Briten von Österreich aus nach Russland deportiert wurden. Tausende von Kosaken wurden in den Gulag verbannt und kamen dort um.Im Jahr 1992 wurden die Kosaken mit Hilfe von Präsident Jelzin rehabilitiert. Im heutigen Russland kämpfen die Kosaken um eine finanzielle Grundlage für ihre künftige Unabhängigkeit. Neue Regierungs- und Präsidentendekrete bieten hierfür eine echte Chance. Eine wichtige Basis für die Kosaken hierfür ist die neu gegründete Firma Nevoskif. Dazu gehören zwei Security-Unternehmen (Grom und Rosich), die für fast die Hälfte des Geschäftslebens in St. Petersburg zuständig sind. Probleme mit der Mafia gibt es nicht. Sie informieren die Mafia, welche Unternehmen unter ihren Schutz fallen. Die Mafia weiß, dass sie Probleme erwarten können, wenn sie Schutzpersonen oder Bewachungspersonal auch nur ein Haar krümmen. Ein Hilferuf und Kosaken vom Don, Kuban und vielen anderen Regionen werden kommen, um den Kosaken in St-Petersburg zu helfen.Die Bevölkerung hat größeres Vertrauen in die Kosaken als in die Polizei. So kam es, dass Kosaken zu Pferd gegen junge Leute auftraten, die junge Frauen und Kinder terrorisierten, indem sie mit einem Rennwagen durch den Park rasten. Gekleidet in Hosen mit einer roten Biese auf dem Hosenbein und Kappen mit breitem roten Band entschlossen die Kosaken sich, um die öffentliche Sicherheit im Park wieder herzustellen. Die jungen Leute protestierten nicht, sondern zogen sich zurück, sagt Ataman Jewgeni Poljakow, ein Kandidat für den auf Wunsch von Boris Jelzin zu bildenden Rat des Ataman.Kürzlich zog die erste Kosakenfamilie in ein verlassenes Dorf in der Region Pskow Pecharsky, welches durch die Firma Nevoskif gemeinschaftlich mit Sponsorbeiträgen von wohlhabenden Kosaken gekauft wurde. Sie werden die Landwirte in den ersten Monaten unterstützen. In Kürze werden noch sechs Familien in dieses experimentelle Kosaken-kutor (Dorf) ziehen. Ausserdem werden die Kosaken auch eingesetzt, um den Schmuggel zu kontrollieren und um die Grenze zu Estland zu bewachen.







